Hinweise zur Planung und Installation von Geothermie-Anlagen

1 Erdwärme

2 Oberflächennahe Geothermie

3 Tiefengeothermie

4 Bemessung und Mindestabstände

5 Genehmigungsverfahren

6 Perspektiven, Nutzen, Vorteile

7 Erdwärmelexikon

8 Häufige Fragen

9 Unsere Leistungen

10 Kooperationspartner

11 Referenzen

12 Kontakt



1          Erdwärme

Erdwärme ist die in den oberen Zonen der Erdkruste vorhandene thermische Wärme­energie. Diese beruht im Wesentlichen auf dem vom Erdinneren zur Erdoberfläche gerich­teten terrestrischen Wärmestrom und der von der Sonne eingestrahlten Wärmeenergie.

Die von der Sonne eingestrahlte und die von der Erdoberfläche an die Atmosphäre abgegebene Wär­meenergie ist hierbei maßgebend für die Temperaturen in den oberflächennahen Schichten bis zu einer Tiefe von etwa 15 m. In den tieferen Schichten ist der aus dem Erdinneren stammende Wärmestrom maßgebend. Unterhalb des Einflussbereichs der Sonneneinstrahlung, d.h. unterhalb etwa 15 m, nimmt in Deutschland die Temperatur im Mittel um rd. 3 °C pro 100 m Tiefe zu. Man spricht in diesem Zusammenhang vom „geothermischen Gradienten“. Je höher dieser Gradient ist, umso stärker steigt die Temperatur mit zunehmender Tiefe.

Quelle: Leitfaden für Erdwärmepumpen (Erdwärmesonden) mit einer Heizleistung bis 30 kW, Hessisches Landesamt für Geologie

[nach oben]

2          Oberflächennahe Geothermie

Je nach Nutzungstiefe wird zwischen oberflächennaher Geothermie und Tiefengeothermie unterschieden. Die oberflächennahe Geothermie erstreckt sich bis in Tiefen von ca. 400 m, bei größeren Nutzungstiefen spricht man von der Tiefengeothermie.

Die mittlere Temperatur in den oberflächennahen Schichten beträgt in Deutschland ca. 7 – 12 °C. Obwohl das Temperaturniveau also relativ niedrig ist, bietet sich ein breites Anwendungsspektrum in kleinen und mittleren dezentralen Anlagen, z. B. in Einfamilienhäusern, Wohnsiedlungen, Büro- und Verwaltungsgebäuden, Schulen, Krankenhäusern, Museen oder Schwimmbädern.

Erdwärme kann sowohl zur Heizung und Warmwasseraufbereitung als auch zur Kühlung verwendet werden. Dazu wird die Erdwärme ent­weder in einem offenen oder in einem geschlossenen System gewonnen.

Bei offenen Systemen entnimmt man kontinuier­lich oberflächennahes Grundwasser durch Brunnen. Am Wärmetauscher gibt das Grundwasser seine Wärme ab (Hausheizung) oder es erwärmt sich durch über­schüssige Wärme des Hauses (Klimatisierung/Wärmerückgewinnung). Diese Art der Erdwärmenutzung ist bei geringer Tiefe und ausreichender Ergiebigkeit des Grundwasserleiters besonders effizient, zudem ist auch die Nutzung des Grundwassers als Kühl­medium im Sommer einfach möglich.

In geschlossenen Systemen zirkuliert eine Wärmeträgerflüssigkeit und transportiert die Wärme zur Wärmepumpe. Dort wird die Wärmeträgerflüssig­keit abgekühlt (Hausheizung) oder erwärmt (Klima­tisierung). Anschließend fließt sie erneut in die Sonden bzw. Kollektoren und gleicht sich wieder der Bodentemperatur an.

Sonden können über 100 m tief in den Boden reichen, bei Kollektoren werden die Rohre unter der Frostgrenze horizontal verlegt (ca. 1,2 – 1,5 m Tiefe). Die Wärmeträgerflüssigkeit ist i. d. R. ein Wasser-Frostschutz-Gemisch, z. B. Ethylen- oder Propylenglykol.

Bei Erdwärmekollektoren ist die Reichweite des horizontalen thermischen Einflusses geringer als bei Erdwärmesonden. Bis zu einer Heizleistung von 30 KW sollte der Mindestabstand von Erdwärmesonden bzw. Erdwärmekollektoren daher 3 m zur Grundstücksgrenze bzw. 10 m zur nächstgelegenen Anlage betragen (Leitfaden zur Nutzung von Erdwärme mit Erdwärmesonden - Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz, Rheinland-Pfalz). Weitere spezielle Angaben für die Verlegung von Erdwärmekollektoren/Erdwärmesonden sind der DIN 4640 zu entnehmen. So sollte u. a. der Abstand zwischen einzelnen Erdwärmesonden allgemein mind. 5 bzw. 6 m betragen.

Wichtiger Bestandteil einer Erdwärmeanlage ist die Wärmepumpe. Mit ihr wird die niedrige Temperatur der Erdwärme gesteigert und für eine Heizung nutzbar gemacht. Die Funktionsweise einer Wärmepumpe entspricht der eines Kühlschranks mit umgekehrtem Kreislauf. Dabei wird die Wärme aus dem Grundwasser (bei offenen Systemen) bzw. aus der Wärmeträgerflüssigkeit (bei geschlossenen Systemen) über einen Wärmetauscher an das Kältemittel in der Wärmepumpe abgegeben. Dieses Kältemittel zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf und wechselt zwischen flüs­sigem und gasförmigem Zustand. Bei Erwärmung verdampft das Kältemittel. Der Dampf wird im Kompressor verdichtet und dadurch weiter erwärmt. Die Wärme wird im Kondensator wieder abgegeben, wo­bei das Kältemittel kondensiert. Das flüssige Kälte­mittel steht unter hohem Druck und wird über das Drosselventil entspannt.  

[nach oben]

3      Tiefengeothermie

In bestimmten Regionen (z. B. Oberrheingraben) liegt warmes bis heißes Untergrundwasser (40 bis > 100 °C) in zugänglichen Tiefen von ca. 400 – 2.000 m vor. Dieses kann für die Wärmeversorgung genutzt werden. Dazu werden hydrothermale Lagerstätten mit mindestens zwei Bohrungen erschlossen. Aus der Fördersonde wird Warmwasser geför­dert. Seine Wärmeenergie wird über einen Wärmetauscher an das Heiznetz oder zur Warmwasser-/Stromnutzung abgegeben. Dabei kühlt das Thermalwasser ab. Anschlie­ßend wird es durch eine Injektionssonde wie­der in dasselbe Grundwasservorkommen ge­pumpt.

Eine weitere Möglichkeit zur Nutzung von Erdwärme aus größeren Tiefen bietet das Hot-Dry-Rock-Verfahren. Bei dieser Technik wird Wasser mit hohem Druck in vorhandene oder aufbrechende Spalten heißer Gesteinsschichten gepreßt. Dort erhitzt es sich, wird  zur Oberfläche gefördert und dann zur großräumigen Wärmeversorgung/Stromerzeugung genutzt. Anschließend wird das abgekühlte Wasser/Kondensat wieder in den Untergrund zurückgeführt.

Da für die Nutzung der Tiefengeothermie besondere geologische Verhältnisse mit hohen geothermischen Gradienten vorliegen müssen, besitzt die oberflächennahe Geothermie eine deutlich größere Anwendung.

[nach oben]

4          Bemessung und Mindestabstände

Die richtige Bemessung von Erdwärmesonden und -kollektoren ist Voraussetzung für ihren technischen und wirtschaftlichen Erfolg. Eine zu knappe Dimen­sionierung kann zu erheblichen Problemen im Betrieb sowie zu überhöhten Betriebskosten führen, eine Überdimensionierung führt zu erhöhten Inves­titionskosten.

Da die Leistung einer Erdwärmepumpe wesentlich vom spezifischen Wärmebedarf des zu beheizenden Gebäudes und der jeweiligen geologischen bzw. hydrogeologischen Situation abhängt, muss die Bemessung einer Erdwärmeanlage jeweils auf den Einzelfall abgestimmt werden.

Für kleinere Anlagen mit einer Heizleistung bis zu 30 kW kann die Bemessung unter bestimmten Vor­aussetzungen anhand der für unterschiedlichste Gesteine ermittelten spezifischen Entzugsleistungen abgeschätzt werden. Die hierfür erforderlichen Vor­aussetzungen sowie Angaben zu den spezifischen Entzugsleistungen können der VDI Richtlinie 4640, Blatt 2, entnommen werden.

[nach oben]

5          Genehmigungsverfahren

In der Regel ist das Wasserrecht, von Fall zu Fall auch das Bergrecht betroffen. Bei Vorhaben mit Bohrtiefen von über 100 m sind die Belange des Bergrechts zu beachten.

Zur Erschließung und Nutzung von oberflächennaher Erdwärme ist das Umweltamt bzw. die Untere Wasserschutzbehörde der Ansprechpartner. Je nach den örtlichen Umständen des Einzelfalls und Art des Vorhabens ist eine Anzeige oder eine Genehmigung erforderlich. Informationen über das maßgebliche Verfahren und die notwendigen Unterlagen sollten vorab bei der unteren Wasserrechtsbehörde der Kreisverwaltung angefragt werden.

Im Vorfeld der Installation von Erdwärmeanlagen ist es wichtig abzuklären, ob in dem entsprechenden Gebiet Kontaminationen des Untergrundes – insbesondere des Grundwassers – vorliegen. Bei dem Vorliegen von Schadstoffbelastungen kann die Umsetzung eines Erdwärmeprojektes von vornherein nicht ausführbar sein, bei der späteren Feststellung von Kontaminationen kann das Projekt durch Entzug der Genehmigung ein Misserfolg werden. Es ist empfehlenswert im Vorfeld der Projektausführung in Erfahrung zu bringen, ob durch die Standortsituation mit Kontaminationen unter Berücksichtigung der Grundwasser-fließverhältnisse und prognostischer Betrachtungen zu rechnen ist. Mit derartigen Risiken beschäftigen wir uns seit über 20 Jahren, überzeugen Sie sich selbst:

Unser Schadstofflexikon

[nach oben]

6      Perspektiven, Nutzen, Vorteile

Perspektiven

Die Wärme in den oberen drei Kilometern der Erdkruste würde rein rechnerisch reichen, um den Energiebedarf der Weltbevölkerung für die nächsten 100.000 Jahre abzudecken. Allerdings liegen die nutzbaren Potenziale weit darunter.

An Standorten mit ergiebigen Erdwärmevorkommen, die in unmittelbarer Nähe zu geeigneten Abnehmern liegen, kann die hydrothermale Geothermie heute schon mit konventionellen Energie­trägern konkurrieren. Auch die oberflächennahe Geothermie ist beim derzeitigen Preisniveau der fossilen Energieträger zunehmend konkurrenzfähig.

Nutzen

Ein Niedrigenergiehaus mit einem Heizbedarf von 7 m3 Erdgas bzw. 7 l Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr hat bei einer beheizten Fläche von 150 m2 einen Heizenergiebedarf von etwa 10 500 kWh (1 m3 Erdgas bzw. 1 l Heizöl entspre­chen ca. 10 kWh Heizenergie, Angaben aus Leitfaden für Erdwärmepumpen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie).

Bei einer modernen Erdwärmesondenheizung mit einer Jahresarbeitszahl von 4 wird lediglich ein Vier­tel des Heizenergiebedarfs über Strom gedeckt (Wärmepumpenbetrieb), drei Viertel der Energie werden aus Umweltwärme (Erdreich) gedeckt.

Dies bedeutet: Mit 1 kWh Strom macht die Wärme­pumpenanlage 3 kWh quasi kostenfrei aus dem Un­tergrund gewinnbar. Für den Strom gibt es darüber hinaus in der Regel einen vergünstigten Wärmepumpentarif.

Vorteile

Ø prinzipiell überall in Deutschland anwendbar

Ø unabhängig von Witterung und Jahreszeit

Ø thermische Energie kann dann gefördert werden, wenn sie gebraucht wird

Ø durch Umkehr des Kreislaufes kann das Bauwerk im Sommer gekühlt werden

Ø geringer Platzbedarf

Ø umweltfreundliches Verfahren, es wird kein fossiler Brennstoff (Gas, Öl, Kohle) benötigt, damit besteht auch keine Feuer- oder Explosionsgefahr

Ø es wird kein Schornstein und kein abgesicherter Haustechnikraum bzw. Öl- oder Gaslager benötigt

Ø  Anlage kann leicht an die benötigte Entzugsleistung angepasst werden

Ø Anlage kann in die baulichen Gegebenheiten integriert werden, z.B. können Gründungspfähle als Erdwärmetauscher genutzt werden

Ø  geringe Kosten und Amortisatisationszeit von i. d. R. von 10 - 15 Jahren, da zukünftig mit Steigerungen der Energiepreise zu rechnen ist, sind wahrscheinlich deutlich kürzere Amortisationszeit zu erwarten.

[nach oben]

7          Erdwärmelexikon

Im Erdwärmelexikon finden Sie Erklärungen zu wichtigen Begriffen rund um das Thema Erdwärme.    

Weitere Informationen finden Sie unter:   www.erdwärmelexikon.de

[nach oben]

8          Häufige Fragen

Die folgenden Fragen werden häufig gestellt: 

Ist mein Grundstück für eine Erdwärmeheizung geeignet? 

Ist mein Gebäude für eine Erdwärmeheizung geeignet?

Wie tief muss gebohrt werden?

Was kostet eine Erdwärmeheizung?

Wo muss ich eine Erdwärmebohrung anzeigen?

Was ist bei der Errichtung einer Erdwärmesondenanlage zu beachten?

Wird die Erdwärmenutzung gefördert?

 

Ist mein Grundstück für eine Erdwärmeheizung geeignet?

Aus geologischer Sicht ist überall ein Mindestmaß an Erdwärme vorhanden. Jedoch stehen bei der Entscheidung für eine Erdwärmeheizung wirtschaftliche, rechtliche und technische Aspekte im Vordergrund.

So ist in Trinkwasserschutzgebieten eine geothermische Nutzung ggf. nur unter bestimmten Auflagen möglich. Eine Errichtung von Erdwärmesonden/-brunnen in den Trinkwasserschutzzonen I und II ist generell unzulässig. In weiteren Schutzzonen ist es von den geologischen und den wasserwirtschaftlichen Verhältnissen abhängig, ob die Errichtung von Erdwärmesonden/-brunnen genehmigt werden kann. Die Entscheidung, ob eine Anlage wirtschaftlich zu realisieren ist, kann i. d. R. erst nach der Erstellung von Vergleichsrechnungen und Kostenvoranschlägen entschieden werden.

Ist mein Gebäude für eine Erdwärmeheizung geeignet?

Die Effizienz einer erdgekoppelten Wärmepumpe ist abhängig von der Temperaturdifferenz, die sie überwinden muss (d. h. die Anhebung der Untergrundtemperatur auf die Vorlauftemperatur der Heizung). Vorteilhaft sind daher Heizsysteme, die mit möglichst niedrigen Temperaturen arbeiten. Dies gilt vor allem für Fußboden- und Wandflächenheizungen. Bei bestehenden Gebäuden mit konventionellen Heizflächen auf hohem Temperaturniveau ist der Einsatz von Wärmepumpen nicht ausgeschlossen, stellt aber höhere Anforderungen an die Planung und ist mit einer geringeren Effizienz verbunden. In jedem Fall sollte die Auslegung der Heizkörper von einem Fachbetrieb untersucht werden.

 

Wie tief muss gebohrt werden?

Eine Erdwärmeheizung wird immer passend auf den Bedarf eines Gebäudes dimensioniert.

Die Tiefe eines Grundwasserbrunnens (offenes System) hängt von der jeweiligen Tiefe des ersten ausreichend ergiebigen Grundwasserleiters ab.

Die Tiefe der Erdwärmesonde (geschlossenes System) richtet sich nach dem Wärmebedarf und ist somit abhängig von der Wärmeleitfähigkeit des Gesteins, der Oberflächentemperatur (bei Erdwärmekollektoren) und der Grundwassersituation im Untergrund. Die Bemessung der Erdwärmesonde sollte durch eine entsprechende Fachfirma erfolgen. Anstatt eine tiefe Sonde zu setzen, ist es bei ausreichend zur Verfügung stehender Fläche auch möglich, mehrere weniger tiefe Sonden zu installieren.

Was kostet eine Erdwärmeheizung?

Die Kosten einer Anlage können nicht pauschal beziffert werden, sondern richten sich nach dem jeweiligen Energiebedarf sowie den geologischen Untergrundverhältnissen. Es ist empfehlenswert die verschiedenen Systeme vergleichend zu betrachten und hierfür einen erfahrenen Planer auf dem Gebiet Geothermische Nutzung einzuschalten, der die geologischen Verhältnisse fundiert in die Vergleichsberechnungen einbezieht.

Zur Installation von Geothermie-Anlagen sind Leistungen aus verschiedenen Gewerken erforderlich. Zur Vermeidung der „Schnittstellenproblematik“ und der Verringerung von Risiken ist es empfehlenswert Angebote von Generalunternehmern über die Erstellung der gesamten Anlage einzuholen (Planung, Bohrungen, Sondenauslegung, Wärmepumpe, Heizsystem).

 

Wo muss ich eine Erdwärmebohrung anzeigen?

Jedes Vorhaben zur Erdwärmenutzung muss der Unteren Wasserbehörde des jeweiligen Kreises bzw. der kreisfreien Stadt angezeigt werden. Bei einer grundstücksübergreifenden Erdwärmenutzung bzw. bei Bohrtiefen über 100 m ist das Vorhaben zusätzlich nach Bergrecht der zuständigen Bezirksregierung anzuzeigen.

Grundsätzlich sind nach § 4 des Lagerstättengesetzes alle mit mechanischer Kraft angetriebenen Bohrungen spätestens zwei Wochen vor Beginn der Bohrarbeiten dem Geologischen Dienst der jeweiligen Bundesländer anzuzeigen.

 

Was ist bei der Errichtung einer Erdwärmesondenanlage zu beachten?

Die Errichtung und der Betrieb von Erdwärmesondenanlagen sind nach den technischen Vorschriften und Regeln auszuführen. Die beauftragten Unternehmen haben u. a. zu beachten:

Ø VDI-Richtlinie 4640 „Thermische Nutzung des Untergrundes“, Blatt 1 und 2

Ø  Landesspezifische Richtlinien der einzelnen Bundesländer, z. B.:

Merkblatt Nr.48 des Landesumweltamtes NRW (LANUV NRW) „Wasserwirtschaftliche Anforderungen an die Nutzung von Erdwärme mit Wärmepumpen“

Darüber hinaus ist es empfehlenswert die folgenden Maßnahmen zur Qualitätssicherung einzuhalten:

Ø      Ausführende Firmen sollten eine Umsetzung der genannten Regelwerke garantieren. Bohrfirmen sollten möglichst eine Zertifikation (W 120) des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW) oder eine vergleichbare Qualifikation aufweisen. Besonderes Augenmerk ist bei der Errichtung und beim Betrieb von Erdwärmesondenanlagen auf folgende Punkte zu legen.

Ø      Von der Erdwärmesondenbohrung ist vom Bohrunternehmen ein geologisches Schichtenverzeichnis zu erstellen. Es dient der Dokumentation. Angaben zum Grundwasserstand, zu bohrtechnischen Besonderheiten (z. B. zu Spülungsverlusten) usw. sind vom Bohrmeister ebenfalls zu protokollieren. 

Ø      Um den korrekten Einbau der Erdwärmesonde(n) zu prüfen und Undichtigkeiten auszuschließen, muss die ausführende Fachfirma an der Erdwärmesonde Druckprüfungen (Einzeldruckprobe, Gesamtdruckprobe des Systems) durchführen. Die Ergebnisse der Druckprüfungen sind zu protokollieren. Weitere Hinweise hierzu finden sich in den zuvor genannten Regelwerken.

Ø      Werden zwei oder mehrere Grundwasserleiter durchbohrt, so ist die sichere und nachhaltige Abdichtung der dazwischen liegenden Grundwasser trennenden Schichten zu gewährleisten. Dazu ist das ausreichend groß dimensionierte Bohrloch mit einer sicher abdichtenden Verfüllsuspension, in der Regel einer Bentonit-Zement-Mischung, über die gesamte Bohrlochstrecke vollständig zu verschließen (Materialspezifikationen sind einzuhalten). Die Suspension gewährleistet gleichzeitig den notwendigen Wärmetransport zwischen dem Rohrsystem und dem umgebenden Gestein.

Ø      Durch den Einbau einer geeigneten Drucküberwachung ist sicherzustellen, dass eine Erdwärmesondenanlage in dem äußerst seltenen Fall einer Leckage mittels einer automatischen Schnellabschaltung sofort außer Betrieb genommen wird. So wird verhindert, dass über einen längeren Zeitraum unbemerkt das in der Erdwärmesonde zirkulierende Wasser-Frostschutz-Gemisch (Sole) in den Untergrund und damit in das Grundwasser gelangen kann.

 

Wird die Erdwärmenutzung gefördert?

Bei der Planung geothermischer Anlagen sollte im Vorfeld überprüft werden, ob Fördermittel für das jeweilige Projekt zur Verfügung stehen. Hierbei stehen verschiedene Förderprogramme zur Auswahl. Bereitgestellt werden die Fördermittel in Form von Zuschüssen, Darlehen, Zins- und Steuervergünstigungen.

Die KfW Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau) unterstützt als Förderbank des Bundes und des Landes neben privaten Bauherren auch Projekte anderer Zielgruppen, wie zum Beispiel die von gemeinnützigen Organisationen.

Häufig können auch regional wirksame Förderprogramme von den Energieversorgungsunternehmen, Kommunen und andere Körperschaften in Anspruch genommen werden. Auskunft hierüber erteilen länderspezifische Institutionen (z. B. in Nordrhein-Westfalen: EnergieAgentur NRW in Wuppertal).

Die örtlichen Energieversorger unterstützen teilweise die Errichtung von Erdwärmesondenanlagen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Stromversorger nach einem speziellen Wärmepumpenstromtarif und einem Zuschuss.

Die Landesregierungen fördern gezielt die Nutzung regenerativer Energien sowie die rationelle Energieverwendung. Die Einholung von Informationen hierzu ist empfehlenswert.

Weitere Informationen finden Sie unter:   www.erdwärmelexikon.de

 

[nach oben]

9          Unsere Leistungen

Projektentwicklung/Planung/Beratung und Bauleitung von Erdwärmesystemen

Ø     Prüfung der wirtschaftlichen und technischen Anwendung von Erdwärmesystemen unter Berücksichtigung konventioneller und regenerativer Energieträger.

Ø     Wärmebedarfsberechnungen nach VDI-Richtlinien und Wärmeschutzverordnung EnEV (Energieeinsparverordnung).

Ø     Ermittlung des optimalen Erdwärme Heiz- und Kühlsystems für Ihr Objekt unter Berücksichtigung der geologischen Verhältnisse sowie der jeweiligen Systemanforderungen (Wärmebedarf-Kältebedarf).
Objekte: Ein- oder Mehrfamilienhaus, Bürogebäude, Industrieobjekte oder öffentliche Einrichtungen.

Ø     Beratung über Finanzierungsmodelle/ Fördermöglichkeiten.

Ø      Projektbegleitung von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe.

Ø      Planung von Brunnenanlagen für Wasser-Wasser-Wärmepumpen.

Ø       Konzeption und Überwachung der Bohrungen zur Installation von Erdwärmeanlagen.

Ø      Planung und Betreuung von geophysikalischen Bohrlochsmessprogrammen und Durchführung hydraulischer Tests.

Ø       Beantragung aller notwendigen Genehmigungen wie Bohranzeige(n) und wasserrechtlicher Genehmigung(en). 

Ø       Sicherstellung der optimalen Ausführung der Erdwärmesysteme durch Qualitätssicherung. Hierdurch können entsprechende Funktionsstörungen und Mängel so weit wie möglich ausgeschlossen werden. Wir sind zertifiziert nach DIN EN ISO 9001.   

Ø       Planung, Projektierung und Langzeitsimulation zur Effektivität von Erdsonden und Erdsondenfeldern durch Einsatz von EDV-gestützten Modellen.

Ø       Erstellen von Gutachten, Machbarkeitsstudien, Standortbewertungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen

Messungen im Untergrund und Modellierung der Erdwärmesondenanlage

Ø       Durchführung von Messungen zur Planung von Erdwärmeanlagen.

Ø       Thermal Response Test zur Bestimmung der effektiven Wärmeleitfähigkeit, des Bohrlochwiderstandes und der ungestörten Untergrundtemperatur.

Ø       Temperatur-Log in der Erdwärmsonde zur Überprüfung der Durchgängigkeit und Tiefe, sowie der Gewinnung von Informationen zur Umgebung der Sonde.

Ø       Einsatz von EDV-gestützten (numerischen) Modellen. Modellierung von Energiespeicherung, Kälteeintrag und Wärmeaustrag aus dem Untergrund. Numerische Simulation des Wärmetransports im Untergrund, Modellierung der Temperaturausbreitung.

Ø       Entwicklung und Begleitung von Monitoringkonzepten zur Überwachung von Auswirkungen des Betriebs von Erdwärmesystemen auf den Untergrund und zur langfristigen Funktionskontrolle der Systeme.

Ø       Wärmebedarfsberechnungen nach VDI-Richtlinien und Wärmeschutzverordnung EnEV (Energieeinsparverordnung) sowie die Heizlastermittlung nach DIN EN 12831.

Generalunternehmer

 

 Ø       Alles aus einer Hand.

Zusammen mit unseren Partnern Generalunternehmer für alle mit der Planung und Installation der Erdwärmeanlagen in Zusammenhang stehenden Leistungen. Es liegen Erfahrungen aus der Durchführung mehrerer Großprojekte mit Heizleistungen bis 400 KW vor.

[nach oben]

10       Kooperationspartner

Unsere Kooperationspartner sind:

Stadtwerke Düsseldorf AG

Kompetenz in Planung von Erdwärmeanlagen, Generalunternehmer für die Planung und Installation kompletter Erdwärmeanlagen

http://www.swd-ag.de/privatkunden/energieberatung/index.pdf

 

Verbert GmbH

Kompetenz in Planung und Bau von Heizungsanlagen mit Wärmeeinspeisung durch Erdwärme

http://www.verbert.de/

 

[nach oben]

11       Referenzen

Referenzprojekte:   

 

Projekt 1:

Wohnbebauung, Projekt Overingshof (SWD)

Wärmequelle

Erdwärmesonden

Nutzung

16 Wohngebäude mit einer Gesamtheizleistung von 110 kWh

Auftraggeber

Overingshof Projekt GmbH, Tönisvorst

 

Projekt 2

Fa. Flender (SWD)

Wärmequelle

Erdwärmesonden

Nutzung

Bürogebäude, Produktionshalle, Heizleistung und mit passiver Kühlung, installierte Leistung 111 kWh

Auftraggeber

Fa. Walther Flender GmbH , Düsseldorf

 

Projekt 3

Wohnbebauung Fam. Bandelow (SWD)

Wärmequelle

Luft/Wasser-Wärmepumpenanlage

Nutzung

Einfamilienhaus, installierte Leistung 11 kWh

Auftraggeber

Fam. Bandelow, Düsseldorf

 

Projekt 4

Wohnbebauung Fam. Jakob (SWD)

Wärmequelle

Erdwärmesonde,

Nutzung

Einfamilienhaus, installierte Leistung 10 kWh

Auftraggeber

Fa. Jakob, Düsseldorf

 

Projekt 5

Doppelhaushälfte, Bergisch Gladbach (V)

Wärmequelle

Erdsonde

Nutzung

Beheizung Einfamilienhaus

Auftraggeber

B. Reske / F. Schlößer

 

Projekt 6

Einfamilienhaus, Rösrath (V)

Wärmequelle

Luft

Nutzung

Beheizung Einfamilienhaus 

Auftraggeber

S. Gonzales Munoz / H. de Jong 

 

Projekt 7

Einfamilienhaus, Bergisch Gladbach (DSC)

Wärmequelle

Planung Erdwärmesonde 

Nutzung

Geplante Beheizung Einfamilienhaus  

Auftraggeber

H. Schmitz

 

Projekt 8

Bergisch Gladbach (DSC)

Wärmequelle

Planung Erdwärmesonde 

Nutzung

Geplante Beheizung Einfamilienhaus  

Auftraggeber

U. Kurz

 

SWD:   Stadtwerke Düsseldorf AG

V:         Verbert GmbH

DSC: Dr. Stupp Consulting

 

Quellen:

VDI-Richtlinie 4640: Thermische Nutzung des Untergrundes, Blatt 1 und 2

Merkblatt Nr.48 des Landesumweltamtes NRW (LANUV NRW) „Wasserwirtschaftliche Anforderungen an die Nutzung von Erdwärme mit Wärmepumpen“

Erdwärme, Leitfaden des Bayerischen Landesamtes für Umwelt

Erdwärmenutzung in Hessen, Leitfaden für Erdwärmepumpen (Erdwärmesonden) mit einer Heizleistung bis 30 KW, Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie

Leitfaden zur Nutzung von Erdwärme mit Erdwärmesonden, Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz, Rheinland-Pfalz

Internetpage des Geologischen Dienstes von Nordrhein-Westfalen: http://www.gd.nrw.de

Leitfaden für Erdwärmepumpen (Erdwärmesonden) mit einer Heizleistung bis 30 kW, Hessisches Landesamt für Geologie

[nach oben]

12          Kontakt

Dr. Stupp Consulting, seit 2008 ein Tochterunternehmen der Tauw GmbH, wurde 2011 mit dieser verschmolzen und firmiert jetzt als Tauw GmbH in Leverkusen.


Tauw GmbH
Münsters Gäßchen 14
51375 Leverkusen

Telefon +49 21 43 30 10
Fax +49 21 43 30 10 71 1
E-mail: info.leverkusen(at)tauw.de

www.tauw.de

Geschäftsführer:
Dr. Roland Arnz

Registergericht: Amtsgericht Kleve
Registernummer: HRB 5475

St.-Nr. 119/5711/1911
USt-IdNr. DE 119 256 986

Haftungshinweis:
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.


[nach oben]